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Am 23. August im Gründungsjahr 1908 wurde das erste Schützenfest des Schützenvereins Lamberti-Mark gefeiert. Nachmittags um 15.30 Uhr nahm der 1. Vorsitzende und Präsident Johann Westefehr die Fahnenweihe vor. Danach ging es unter dem Kommando des Hauptmanns Albert Eppink in geschlossenem Marsch zum Schießstand, wo als erster König der Vereinsgeschichte Herr Johann Westefehr den Meisterschuß tat und seine Gattin Hermine geb. Oonk zur Königin nahm. Nach Proklamation des Königspaares, erfolgte der Marsch zum Festzelt, wo ein gemütlicher Tanzabend stattfand. Nach der Neugründung und des starken Zuspruchs wurde das Vereinsleben so aktiv, daß man jährlich ein Schützenfest von zweitägiger Dauer feierte. Diese Feste konnten nach Einsicht in noch allen vorhandenen Protokolle in schöner Harmonie gefeiert werden. Der Jahresbeitrag betrug 1,50 Mark pro Mitglied und für jugendliche Schützenbrüder, die im Schützenfestjahre 18 Jahre alt wurden, 1,-- Mark. Im Jahre 1909 war Mitbegründer Johann Wellermann Oberst. Karl Westefehr (Sohn des Gründers) tat den letzten Schuß und nahm sich Fräulein Elisabeth Telker zur Königin. Bereits in diesem Jahr sprach man davon, daß viel getanzt und gefeiert wurde und das Fest sich bis in die frühen Morgenstunden hinzog. In den folgenden Jahren bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges trugen sich folgende Schützenbrüder als Könige in die Vereinsgeschichte ein: 1910 Bernhard Jennebuer und Gattin, 1912 Bernhard Brink und Gattin, 1914 Heinrich Janning und Fräulein Epping. Bereits im Jahre 1911 wurde auf der Versammlung am 30. 1. beschlossen, daß alle Schützenbrüder statt Mützen Hüte während der Festumzüge tragen sollten. Darüber hinaus wurde der Beschluß gefaßt, eine Vogelstange im Vereinsbezirk zu errichten. In der Voradventszeit dieses Jahres wurde die erste Kinderbelustigung für den Nachwuchs des Vereins durchgeführt. Auf der Generalversammlung am 3. 7. 1912 übergaben Vereinsdamen dem Vorstand Geld zur Anschaffung einer Schleife, die beim Stiftungsfest zum 5-jährigen Bestehen im folgenden Jahr von den alten Königinnen Frau Westefehr und Frau Jennebuer sowie vier Ehrendamen an die Vereinsfahne geheftet wurde. Während des 1. Weltkrieges und der schweren Nachkriegsjahre von 1914 bis 1922 ruhten alle Schützenfeste. Bereits 1919 versuchte man durch erste Versammlungen der Schützenbrüder das Vereinsleben zu aktivieren. Man schaffte eine Ehrentafel für die im Felde gebliebenen Schützenkameraden an. Im Jahre 1921 wurde das Vereinsleben rege, indem für die Kleinen des Vereins eine Kinderbelustigung abgehalten wurde und für die Schützenbrüder und Damen des Vereins ein Ball stattfand. Im Juli 1922 wurde nach harten Nachkriegsjahren wieder das erste Schützenfest gefeiert. Die Festwirte Austermann und Wösting hatten bereits ein Zelt und stellten es dem Verein für das Schützenfest zur Verfügung. Der Oberst Anton Intfeld konnte in diesem Jahr eine große Anzahl Schützenbrüder begrüßen, die während des Festes kräftig mitfeierten. Um die Königswürde rang man sehr lange, es konnte August Ahlers zum König proklamiert werden, der seine Gattin zur Königin erkor. Auf einer Generalversammlung im Jahre 1922 wurde der scheidende 1. Vorsitzende Johann Wellermann zum ersten Ehrenvorsitzenden des Schützenvereins Lamberti-Mark ernannt. Sein Nachfolger im Amt des 1. Vorsitzenden wurde August Ahlers. Im Jahre 1924 wurde wiederum ein harmonisches Schützenfest gefeiert. Die Königswürde errang in diesem Jahr Johann Wellermann, der seine Gattin zur Königin nahm. Die wohl kürzesten Vogelschießen der Vereinsgeschichte fanden im Jahre 1925 und 1927 statt. Im Jahre 1925 absolvierte Engelbert Frermann bereits nach sechs Minuten als 19-jähriger den Königsschuß und nahm Fräulein Elisabeth Wellermann zur Königin. Beim nächsten traditionellen Schützenfest ihm Jahre 1927 errang Anton Hülsmann die Königswürde. Als Königin stand ihm Fräulein Katharina Krabbe zur Seite. Die Bewirtung auf dem Festzelt hatte Vereinswirt Pieper, der bereits seit 1912 als Wirt das Vereinslokal des Schützenvereins Lamberti-Mark führte. Am 14. August 1927 nahm eine große Abordnung des Schützenvereins Lamberti-Mark am Gründungsfest des Schützenvereins Einigkeit teil. Man brachte als Gastgeschenk einen silbernen Fahnennagel mit. Nach dem Fest-marsch und einem kameradschaftlichen Umtrunk, marschierte man in geschlossener Ordnung in den Vereinsbezirk zurück. Unter Leitung des Ehrenvorsitzenden Johann Wellermann wurde die Fahne ins Vereinslokal Pieper gebracht und man ging hiernach frohgestimmt auseinander. Am 24. und 25. Juni 1928 feierte der Schützenverein Lamberti-Mark sein 20-jähriges Bestehen. Die Mitgliederzahl betrug zu der Zeit rund 100 Schützenbrüder. Bereits eine Woche vorher wurde zum ersten Mal die Fahne zur vereinseigenen Vogelstange gebracht, die in den Wochen vor dem Fest von einigen aktiven Mitgliedern errichtet wurde. Der vom 2. Kassierer Franz Elfers angefertigte übergroße Vogel wurde nach hartem Ringen vom Schützenbruder Gustav Girnus abgeschossen, der seine junge Frau zur Königin wählte. Am Festabend hielten die geladenen Gäste, u.a. Herr Wieschebrink und Herr Fasen, eine Ansprache, die vom Vorsitzenden August Ahlers und vom Ehrenvorsitzenden Johann Wellermann erwidert wurde. Für seine Treue und seine Verdienste wurde Richard Wieschebrink zum Ehrenmitglied ernannt, er stiftete den heute noch vorhandenen silbernen Vogel an der Königskette. Die Tanz- und Marschmusik wurde erstmals von der heute noch allen gut bekannten "Intfeldschen Kapelle" vorgetragen. Im Jahre 1929 errang Josef Hüntemann die begehrte Königswürde, Fräulein Adelheid Herzig wurde als Königin gekrönt. Festwirt dieses Schützenfestes war Heinrich Elshoff, Langenhorst, der am Montag zum Frühschoppenkonzert Schützenbrüder nebst Frauen zum kostenlosen Essen und Trinken nach Langenhorst einlud. Trotz schwieriger Zeiten wurde 1931 auf einem 650 qm großen Festzelt des Zeltverleihers und gleichzeitigen Festwirtes Hubert Elkemann, Graes bei Ahaus, an drei Tagen ein harmonisches Schützenfest gefeiert. Die Königswürde errang nach hartem Ringen das älteste Vereinsmitglied Franz Pohl mit 71 Jahren, der sich seine Frau Emma zur Königin nahm. Das erste Vereinsjubiläum - 25 Jahre Vereinsgeschichte - wurde vom 8. bis 10. Juli 1933 gefeiert. Alle Schützenbrüder zogen zum Gedenken der gefallenen Kameraden unter Vormarsch der Intfeldschen Kapelle bei Einbruch der Dunkelheit - jeder mit einer Pechfackel ausgestattet - zum Kriegerdenkmal an der Kirche. 15 Schützenbrüder waren im ersten Weltkrieg gefallen. Dieser gedachte man mit einem Lorbeerkranz mit Schleife. Am Festsonntag waren alle zehn geladenen Nachbarvereine mit ihren Abordnungen anwesend. Im Anschluß an den imposanten Festumzug marschierten die Mitglieder unseres Jubelvereins in Richtung Vogelstange. Viele geladene Gäste, u.a. Bürgermeister Dr. Linnhoff, nahmen am Festzug und an den Feierlichkeiten teil. Die Damen des Vereins stifteten einen Silberkranz für die Fahne; Bürgermeister Dr. Linnhoff, von der Gemeinde Ochtrup, stiftete für die Königskette eine silberne Plakette. Die Gastvereine übergaben je einen Fahnennagel. Einer der jüngsten Schützenbrüder des Vereins, nämlich Bernhard Stücker, trug sich als Jubelkönig in die Chronik des Vereins ein, zur Königin nahm er seine Braut Fräulein Maria Scheipers. Am Abend schloß sich ein gut besuchter Festball an. Am Montagmorgen wurde bei starker Beteiligung in den Laurenzschen Waldanlagen ein Faß Freibier aufgelegt. Nachmittags bewirtete der Vorstand die Vereinsdamen mit einer reichlich gedeckten Kaffeetafel. Zur gleichen Zeit wurden die Kinder ebenfalls mit Kuchen und Süßigkeiten beschenkt. Der Abend stand ganz im Zeichen des Festballes, der erst in den frühen Morgenstunden endete. Einem Protokoll des Jahres 1934 konnte man erstmals die festgelegten Grenzen des Vereinsbezirks Lamberti-Mark entnehmen, die im Großen und Ganzen noch heute Gültigkeit haben. In den Jahren 1934 bis 1948 gab es aufgrund eines Zwischenberichts keinen Schützenverein in Ochtrup. Auf Beschluß der NSDAP wurden vom Ortsgruppenleiter Goebel und dem damaligen Amtsbürgermeister Dr. Linnhoff sämtliche Schützenvereine des Stadtbezirkes Ochtrup zu einer Schützengilde zusammengeschlossen. Die Selbständigkeit der Vereine hatte somit aufgehört zu bestehen. Der Schützenverein Lamberti-Mark wurde als 1. Kompanie der Schützengilde zugeteilt und der Vereinsvorstand außer Kraft gesetzt. Jedem Verein wurde ein alleinbefehlender Hauptmann zugeteilt. Für den Schützenverein Lamberti-Mark war es Panzergrenadier Josef Wenningmann. Bereits im Jahre 1934 wurde - so den Annalen zu entnehmen - auf dem Marktplatz ein großes Pleiteschützenfest gefeiert, wobei Dr. Neukirch als gerngesehener König den letzten Schuß tat. Durch den Klassenunterschied in der zwangsweise gegründeten Schützengilde konnte von gemütlichem Feiern keine Rede sein. Das Ende der Gilde war bereits nach diesem Fest abzusehen. Dieses veranlaßte den Schützenverein Lamberti-Mark, trotz des Verbotes intern sein eigenes Fest zu feiern. Es gibt hierüber zwar keine Protokolle, doch von älteren Vereinsmitgliedern war zu erfahren, daß zwei Tage schön gefeiert wurde und Schützenbruder Heinrich Rasing die Königswürde errang. 1935 feierte man zwar das zweite Gildeschützenfest, aber auch das letzte. Trotz des guten Willens der einzelnen Hauptmänner und Offiziere, war die Gilde nicht mehr zu retten und die Auflösung beschlossen. Der Kassenbestand wurde der N.S.V. zur Verfügung gestellt, gleichzeitig versuchten die einzelnen Schützenvereine sich neu zu formieren und aufzubauen. Der Schützenverein Lamberti-Mark ließ sich nicht unterkriegen und feierte bereits 1937 sein eigenes Schützenfest. Der Verein wurde übergangsweise vom Schützenbruder und damaligen Hauptmann der kurzen Gildezeit Josef Wenningmann weitergeführt. In kameradschaftlicher Weise und bekannter Harmonie wurde ein schönes vereinsinternes Schützenfest gefeiert, wobei Oskar Vogel König wurde und seine Gattin zur Königin nahm. Kurz vor Ausbruch des II. Weltkrieges wurde 1939 im Sommer nochmals ein bescheidenes aber sehr gemütliches Schützenfest gefeiert. Heinrich Richter tat den Königsschuß und erkor seine Gattin zur Königin. In der Zeit von 1939 bis 1947 wurde aufgrund des II. Weltkrieges und der Nachkriegswirren kein Fest gefeiert. Der größte Teil des Vereinseigentums ging verloren. Der Umsichtigkeit einiger Mitglieder ist es zu verdanken, daß bei der ersten Nachkriegsversammlung im Juli 1947 der Schützenverein Lamberti-Mark noch drei Uniformröcke und vier Schützenhüte sein Eigen nennen konnte. Besonders erfreulich auf dieser Versammlung war die starke Beteiligung der Jugend, die nach einem Rückblick auf das Vereinsleben die vereinsinterne Arbeit ihrer Väter voll anerkannte. Der alte Vorstand des Jahres 1933 stellte sich dem Verein wieder voll und ganz zur Verfügung und konnte seine Arbeit anläßlich einer Versammlung am 27. Juli 1947 im Vereinslokal Bücker, auf der über 80 Mitglieder erschienen waren, wieder aufnehmen. Man beschloß, noch unbedingt in dem Jahr ein Schützenfest zu feiern. Man einigte sich auf den 5. 10. 1947 und beschloß für dieses Jahr ab Juli 1947 einen Mitgliedsbeitrag pro Schützenbruder von 1,-- Mark zu kassieren. Die Kosten des Schützenfestes wurden durch Umlage finanziert. Da kein Zelt zu beschaffen war, wurde im Saal Fischer gefeiert. Das Fest verlief unter der glänzenden Übersicht von Oberst Karl Scheitz und Hauptmann Clemens Scho bei froher Laune und guter Harmonie. Aufgrund des Verbots der Militärregierung durfte nicht geschossen werden. Die Vogelbauer Albert Timmermeester und Heinrich Veldhuis zauberten jedoch einen aus Torf gefertigten Vogel, der aber nach außen einen stabilen Eindruck machte. Der Vogel wurde mit einer 10 Pfund schweren Eisenkugel beworfen. Die Königswürde errang bei diesem ersten Nachkriegsschützenfest von Lamberti-Mark Theodor Engbers, der seine Gattin Josefine geb. Löbbering zur Königin erkor. Anläßlich der Generalversammlung am 24. 2. 1948 im Vereinslokal Bücker wurde nach lebhafter Debatte beschlossen, das 40-jährige Vereinsbestehen mit einem Schützenfest zu feiern. Der Vorstand wurde beauftragt, dieses Fest zu organisieren. Die reichlich vorhandene Reichsmark hatte kaum noch Kaufkraft. Man munkelte bereits von einer neuen Währung. In den Textilbetrieben wurden Bezugsmarken für Stoffe herausgegeben. Es wurde einstimmig beschlossen, daß jedes Mitglied einen Meter Stoff = 10 Punkte für den Schützenverein opfern solle. Zu einem Preis von 1.200 RM und zusätzlich 73 Meter Stoff wurde beim Zeltverleih Gebr. Langelar, Ramsdorf, ein Zelt angemietet. Acht Tage vor dem geplanten Fest, am 20. Juli 1948, gab es die neue Deutsche Mark. Somit war für die Planung und Ausführung des Festes kein Geld vorhanden. Intensive Verhandlungen und Bemühungen führten jedoch zum Schützenfesttermin acht Tage nachdem die DM geboren war. Mit dem Versprechen des Vorstandes, die Bewirtung und Bewirtschaftung für zwei Feste zu erhalten, übernahm der Schützenbruder Bernhard Bosma und Anton Gerdes dieses wage Unternehmen. Alle Mitglieder des Schützenvereins und auch die bestellten Wirte waren nach Abschluß voll zufrieden. Dem Protokoll ist zu entnehmen, daß ein ganz tolles Schützenfest gefeiert wurde, wie man es in den zurückliegenden 40 Jahren nicht erlebt hat. Da der Schützenverein durch den Umstand der neuen Währung neun Tage Besitzer eines Zeltes war, galt sechs Tage das Motto "Musik, Tanz, Humor und Stimmung", und das am Anfang ohne Bargeld zu besitzen. Bei der Endabrechnung des Festes blieb noch soviel Geld übrig, daß für harte Währung der Schützenverein Lamberti-Mark zehn weiße Hosen und zehn Schärpen für Offiziere anschaffen konnte. Aufgrund dieser besonderen Ereignisse möchten wir diesen Aktiven-Vorstand und den Festvorstand einmal namentlich nennen: Vorstand: 1. Vorsitzender August Ahlers 2. Vorsitzender Karl Westefehr 1. Schriftführer Franz Vergers 2. Schriftführer Bernhard Laurenz 1. Kassierer Clemens Scho 2. Kassierer B. Albersmann Beisitzer Heinrich Veldhuis und Albert Timmermeester Festvorstand: Oberst Karl Scheitz Hauptmann Karl Westefehr Adjutanten Willi Ahlers und Josef Bussmann Königsoffiziere Werner Laurenz und Theo Timmermeester Fahne Kurt Ordelmans Fahnenoffiziere Clemens Scho und Karl Wenning Den hart umkämpften Königsschuß tat anläßlich dieses großartigen Festes Schützenbruder Heinrich Op de Bekke, der seine Gattin Franziska geb. Hümke zur Königin nahm. Bereits vor dem Fest wurde 1948 erstmals nach dem Krieg am Ostersonntag, bei guter Beteiligung seitens der Bevölkerung und der Bewohner des Vereinsbezirks Lamberti-Mark, der Poaskenstaken abgebrannt. Aus voller Kehle wurden alle bekannten kirchlichen Osterlieder mit Begleitung der Intfeldschen Kapelle gesungen. Der Poaskenstaken wurde nach dem Abbrennen meistbietend versteigert. |
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Anläßlich der Generalversammlung vom 20. 2. 1949 wurden verschiedene Posten des Aktiven Vorstandes neu besetzt, unter anderem übertrug man die Verantwortung des 1. Vorsitzenden dem Schützenbruder Karl Westefehr. Dem bisherigem Vorsitzenden August Ahlers dankte man stehend mit viel Beifall für sein gezeigtes Vereinsinteresse. Am Festumzug anläßlich der Stadtwerdung Ochtrups am 20. 11. 1949 beteiligte sich eine Fahnenabordnung des Schützenvereins Lamberti-Mark. Im Ausflugslokal "Zur Erholung" wurde am Abend dieses denkwürdigen Tages vereinsintern eine kleine Feier vom Vorstand organisiert. In einer Generalversammlung Ende 1949 wurde anläßlich einer geheimen Wahl der frühere 1. Vorsitzende August Ahlers erneut zum Vorsitzenden gewählt. Er beantragte zum Schützenfest 1950, die stark in Mitleidenschaft gezogene Vogelstange zu reparieren. Dieses wurde auch noch im Laufe des Jahres in vorbildlicher Teamarbeit durchgeführt. Am ersten Juliwochenende 1950 feierte man im Festzelt auf der Hundelohschen Wiese hinter dem Kolonialwarengeschäft Kipp am Postdamm das traditionelle Schützenfest unter Leitung von Oberst Gregor Gesenhues und Hauptmann Herrnann Otto. Der langjährige Vogelbauer Albert Timmermeester, ein sehr aktives Vereinsmitglied, hatte zu diesem Fest einen besonders prächtigen Vogel gemacht. Der Vogelbauer selbst war es, der unter vielen Bewerbern nach hartem Ringen den glücklichen letzten Schuß tat. Albert Timmermeester nahm seine Frau Henrika geb. Bröker zur Königin. In schöner Harmonie verliefen die drei Schützenfesttage. Im Jahre 1951 wurde durch Versammlungsbeschluß unter starker Beteiligung der Vorstände und der Schützenbrüder am Festumzug anläßlich des Jubelfestes 300-jähriges Bestehen unseres Nachbarschützenvereins Oster teilgenommen. Dieses Fest wurde in großartiger Manier am Pfingstmontag, dem 14. Mai 1951 gefeiert. Am 27. Mai 1951 konnte der befreundete Schützenverein Rothenberge ebenfalls auf 300 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. An diesem Festumzug nahm eine Fahnenabordnung teil. Kleine Gastgeschenke wurden beiden Vereinen aufgrund der freundschaftlichen Verbundenheit überreicht. Im Jahre 1951 fand erstmals nach dem Kriege wieder ein Pokalschießen im Vereinslokal Bücker statt - dieser Pokal wurde 1936 vom Ehrenmitglied Richard Wieschebrink gestiftet - und im gleichen Jahr von August Ahlers mit 35 Ringen als Wanderpokal für zwei Jahre gewonnen. Eine neu angeschaffte Jugendkette konnte von unverheirateten Mitgliedern im Alter von 18 bis 25 Jahren ausgeschossen werden, dieser Wettbewerb soll laut Beschluß ebenfalls alle zwei Jahre stattfinden. Auf Beschluß der Versammlung vom 24. 5. 1952 wurde der Spielmannszug "Lamberti-Mark" mit einer Stärke von acht Spielleuten gegründet. Instrumente wurden vom Schützenverein angeschafft. Das im gleichen Jahr stattfindende Schützenfest wurde schon vom vereinseigenen Spielmannszug verschönert. Das Schützenfest 1952 wurde vom 21. - 23. Juni gefeiert. Am Sonntagnachmittag beteiligten sich Bürgermeister Schmale und Amtsdirektor Möllering am Festumzug. Nach hartem Ringen um die Königswürde blieb Clemens Scho der Sieger und somit Schützenkönig. Er nahm seine Frau Amalia geb. Timmermeester zur Königin. Einmalig in der Vereinsgeschichte ist bis dato, daß die alte Königin, Frau Timmermeester, ihre Tochter krönen konnte. Erstmals trat der Spielmannszug "Lamberti-Mark" in der weiteren Öffentlichkeit - jetzt schon verstärkt auf 16 Spielleute - auf, indem man der Einladung des Schützenvereins Einigkeit zu dessen 25-jährigem Jubiläum am 13. 7. 1952 gerne Folge leistete, und nahm diese Gelegenheit mit großer Beteiligung wahr. Anläßlich einer von 45 Schützenbrüdern besuchten Generalversammlung im Lokal Paßlick, Laurenzstraße, wurde auf Antrag und durch "Geheime Wahl" per Stimmzettel beschlossen, die Gaststätte Paßlick ab sofort als Vereinslokal zu nutzen. Der 1. Vorsitzende August Ahlers dankte für die langjährige gute Aufnahme im Hause Bücker-Herbering, dem alten Vereinslokal. Während der Generalversammlung am 15. 2. 1953 übergab der 1. Vorsitzende August Ahlers dem neuen Vereinswirt Karl Paßlick die Gedenktafel der Gefallenen des 1. Weltkrieges mit den Worten, diesen Wertgegenstand des Schützenvereins einen besonderen Platz im Lokal einzuräumen. Herr Paßlick gelobte, ab sofort einen Vorzugsplatz zu gewähren. Im Februar 1953 schaffte der Schützenverein Lamberti-Mark einen neuen Pokal an. Dieser war ursprünglich als Wanderpokal für alle Qchtruper Schützenvereine gedacht, jedoch nach Befragen aller damaligen Vorsitzenden der Ochtruper Schützenvereine für diesen Zweck abgelehnt. Somit wurde dieser Pokal als neuer vereinseigener Pokal genutzt und intern in verschiedenen Lokalen Ochtrups ausgeschossen. Nachdem der vereinseigene Spielmannszug sich personell verstärkte, wurden nach Abschluß des ersten Jahres Uniformen angeschafft. Beim ersten öffentlichen Auftritt anläßlich eines Wettstreites in Laer, wurde auf Anhieb der fünfte Platz belegt. Fahnenabordnung und Spielmannszug nahmen in diesem Jahr auf Einladung des Schützenvereins Epe am Festzug anläßlich des 325-jährigen Bestehens teil. Erstmals trafen sich alle Vorstände der Ochtruper Schützenvereine zur Abstimmung geplanter Festtermine des jeweiligen Jahres am 11. 10. 1953 im Lokal Paßlick. Einladender Verein war der Schützenverein Lamberti-Mark. Auf der Generalversammlung am 9. 1. 1954 dankte nach 30-jähriger Vereinsführung der 1. Vorsitzende August Ahlers aus Altersgründen ab. Alle Anwesenden dankten ihm für seine umsichtige Vereinsführung durch die vielen Jahre und ernannten ihn einstimmig zum Ehrenvorsitzenden. Mit Stimmenmehrheit wurde Schützenbruder Hermann Otto zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Auf Einladung des Schützenvereins Bilk zu dessen 125-jährigem Vereinsjubiläum beteiligte sich am 9. 5. 1954 eine Fahnenabordnung und übergab als Gastgeschenk einen Fahnennagel. Am darauffolgenden Wochenende feierte der Schützenverein Welbergen sein 325-jähriges Bestehen. Am Festzug beteiligte sich eine große Anzahl Schützenbrüder mit Fahnenabordnung. Musikalisches Geleit gewährte unserer Abordnung und der des Schützenvereins Oster die Intfeldsche Kapelle. Den Welbergener Freunden wurde ein Fahnennagel überreicht. Am ersten Juniwochenende 1954 wurde auf dem Festzelt, das auf der Wiese neben dem Vereinslokal Paßlick aufgestellt war, drei Tage unter starker Beteiligung und in bester Harmonie gefeiert. Am Sonntag unter der Vogelstange gab es doppelten Anlaß zur Freude. Nach hartem Ringen um die Königswürde schoß mit dem 271. Schuß Schützenbruder Josef Wenningmann den Vogel ab und erkor seine Gattin Maria geb. Stücker zur Königin. Kurz bevor Josef Wenningmann die Königswürde errang, wurde die deutsche Fußballnationalmannschaft mit einem 3:2-Sieg über Ungarn Fußballweltmeister. Bereits im März 1955 trafen sich mehrere besonders aktive Vereinsdamen und beschlossen, in einer Versammlung im Vereinsbezirk, dem Schützenverein Lamberti-Mark zum bevorstehenden Jubelfest eine neue Vereinsfahne zu schenken. Aufgrund eines bevorstehenden Wohnungswechsels schied der 1. Tambourmajor des Spielmannszuges Rudi Furch nach verdienstvoller Pionierarbeit in den Gründerjahren aus. Einstimmig gewählt wurde sein Nachfolger Rudi Ahlke, der als erste Bewährungsprobe sofort einen großen Musikwettstreit in Wildeshausen bei Bremen mit seinen Spielleuten bestand. Auf Einladung des Schützenvereins Niederesch zu dessen erstem Schützenfest mit Fahnenweihe am 22. 7. 1956 nahm eine größere Abordnung unseres Vereins mit Spielmannszug teil. Die vereinseigene Vogelstange mußte mit erheblichem Kostenaufwand und dankenswerter Selbsthilfe aufgrund behördlicher Forderungen mit einem Kugelfang gesichert werden. Alle Schützenbrüder tragen unter Kostenbeteiligung des Vereins einheitliche Mützen. Nach intensiver Vorbereitung, es wurden u.a. neue Uniformen für den Festvorstand angeschafft, konnte am ersten Juliwochenende 1956 unter Leitung von Oberst Heinrich Hüntemann bei herrlichem Wetter ein schönes Schützenfest gefeiert werden. Nach hartem Ringen um die Königswürde und außerordentlich starker Beteiligung beim Vogelschießen wurde mit dem 273. Schuß zur Freude aller Anwesenden Josef Verboom neuer Schützenkönig, der sich seine Braut Inge Elling zur Königin nahm. Als langfristige Vorbereitung für das Jubelfest "50 Jahre Schützenverein Lamberti-Mark" im Jahre 1958 wurde bereits im Januar 1957 mit vereinsinternen Besprechungen begonnen. Die Frauen des Vereins stifteten zu diesem Jubiläum eine neue zweite Vereinsfahne. Der Verein selbst hat nach vielen Vorgesprächen das Vorhaben, pünktlich zum Jubiläum eine holzgeschnitzte und nach Vorschlägen gearbeitete Gedenktafel für die gefallenen und vermißten Schützenbrüder beider Weltkriege anzuschaffen. Für das großzügige und relativ aufwendig holzgeschnitzte Ehrenmal, wurden an alle Schützenbrüder Bausteine verkauft, so daß auch diese Kasse stimmte. Nach Absprache mit Vereinswirt Karl Paßlick wurde die Ehrentafel vorübergehend auf seinem Anwesen aufgestellt. Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß bei der "Aktion Ehrentafel" die Schützenbrüder Gerhard Gerthuis und Bernhard Oelerich maßgeblichen Anteil hatten, wobei Gerhard Gerthuis die Organisation und Bernhard Oelerich die Anfertigung übernahm. Bei dieser Gelegenheit ist auch die besondere Aktivität des Schützenbruders Franz Katthöfer hervorzuheben, der stets nach alter Tradition und Sitte das Abbrennen des Poaskenstakens, jeweils am Ostersonntag, im Vereinsbezirk organisierte und nach Mustervorschlägen Kerzenhalter für das neue Ehrenmal anfertigte. Nach langer und intensiver Vorbereitung durch Vorstand, Festkommitee und Festvorstand wurde vom 14. - 17. 6. 1958 das Jubelfest anläßlich des 50-jährigen Bestehens des Schützenvereins Lamberti-Mark gefeiert. Ein besonders großes und schön geschmücktes Festzelt wurde für Stunden und Tage für Gäste und Schützenbrüder eine Stätte eitler Freude. Am Samstagnachmittag wurde die von Bernhard Oelerich gefertigte Ehrentafel für die gefallenen und vermißten Schützenbrüder beider Weltkriege unter großer Beteiligung der Schützenbrüder und vieler Gäste von Herrn Pastor Oechtering eingeweiht. Nach einer Gedenkrede des 1. Vorsitzenden Hermann Otto und einem zu Herzen gehenden Prolog von Herrn Fasen wurde der große Zapfenstreich von der Intfeldschen Kapelle vorgetragen. Unser Spielmannszug bestach an diesen Festtagen durch sein gutes Spiel in schicker Uniform, wozu eigens neue Marinekragen für alle Spielleute angeschafft wurden. Während des Gottesdienstes am Sonntagmorgen in der Pfarrkirche St. Lamberti wurde die neue von Vereinsdamen gestiftete Fahne von Pastor Oechtering kirchlich geweiht. Durch das saubere, einheitliche Bild der Marschordnung, begründet durch die erstmals von allen Schützenbrüdern getragenen neuen Mützen, wurde der sehr schöne Festzug von vielen Zuschauern als gut beurteilt. Nach hartem und fairen Wettkampf konnte sich zur Freude aller Anwesenden Josef Schapdick als Jubelkönig in die Analen des Vereins eintragen. Zur Königin erkor er seine Gattin Maria geb. Scheipers. Am großen Festumzug am Sonntagnachmittag nahmen Abordnungen von 17 geladenen Vereinen teil. Am Montagmorgen fand anläßlich des Jubiläums ein vereinsinternes Kaiserschießen statt. Mit dem 160. Schuß wurde unter großem Jubel Bernhard Stücker als Kaiser gefeiert, der seine Gattin Maria geb. Scheipers zur Kaiserin erklärte. Als besonderes Merkmal ist zu erwähnen, daß Bernhard Stücker genau 25 Jahre vorher die Königswürde errang. Unter reger Beteiligung der gesamten Schützenfamilie Lamberti-Mark, befreundeter Vereine und Abordnungen, vieler Ehrengäste und der guten musikalischen Begleitung dieser Tage durch die Intfeldsche Kapelle und unseres Spielmannszuges, ging ein gutorganisiertes Jubiläumsfest zu Ende. Während einer gutbesuchten Generalversammlung am 13. 7. 1958 wurde Schützenbruder Bernhard Oelerich aufgrund seiner Verdienste bezüglich der Erstellung der Ehrentafel einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. |